Therapeutische Angebote


Therapeutisches Heim

In vier therapeutischen Heimgruppen nehmen wir jeweils sieben Kinder im Alter von 6 bis ca. 16 Jahren auf. Diese Kinder und Jugendlichen benötigen wesentlich mehr individuelle Hilfe und Unterstützung, als dies in heilpädagogischen Settings möglich wäre. Sozialverhalten und Leistungsfähigkeit sind nachhaltig beeinträchtigt, emotionale Probleme sind nur mit intensiver Begleitung zu bewältigen.

In St. Vincent achten wir darauf, dass jeder therapeutischen Gruppe ausreichend und gut qualifiziertes Fachpersonal zur Verfügung steht, um den hier lebenden Kindern zu helfen, ihren Alltag zu bewältigen. Gezielt angebotene und wohldosierte Gruppensituationen wechseln sich ab mit intensiver Einzelbegleitung in besonderen Situationen. Dabei ist eine enge Kooperation mit externen Stellen wie der Kinder- und Jugendpsychiatrie Regensburg, oft entscheidend, um Verbesserungen zu erzielen. Meist besuchen die hier betreuten jungen Menschen unsere interne Schule; sie profitieren dabei von kurzen Wegen und den kurzfristigen Abstimmungsmöglichkeiten zwischen Wohngruppe und Schule.
 

Intensivtherapeutische Kleingruppe

Unsere Intensivtherapeutische Kleingruppe befindet sich im Haupthaus von St. Vincent. Es werden hier 3 Mädchen und Jungen im Alter von 6 bis 13 Jahren betreut. Diese Kinder brauchen ein sehr hohes Maß an individueller Förderung und Begleitung, die in einer therapeutischen Kindergruppe mit größerem Gruppensetting nicht gewährleistet werden kann. Durch den dichten Betreuungsschlüssel ist es im Alltag gut möglich die Kinder im 1:1 Modus zu betreuen.

Ziel ist es in dieser Gruppe, die Kinder an das Zusammenleben mit gleichaltrigen zu gewöhnen. Die Kinder dieser Gruppe leiden oft unter einer geringen Frustrationstoleranz, die sich in impulsiven Durchbrüchen zeigt. Die Emotionsregulierung steht hier in der Arbeit im Vordergrund. Langfristig ist es auch ein wichtiges Ziel, erlebte Traumata aus der Vergangenheit aufzuarbeiten. Oft kommen Kinder nach einem stationären Aufenthalt in der Kinder- und Jugendpsychiatrie mit Psychotherapie oder nach einer geschlossenen Unterbringung (gem. § 1631b BGB) in diese Gruppe.

Eine enge Vernetzung und Abstimmung mit unseren Kooperationspartnern wie der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie der Universität Regensburg sowie unserer hausinternen Schule, dem privaten Förderzentrum mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung des Kinderzentrums St. Vincent, ist für eine umfassende Betreuung von großer Bedeutung.

 

Therapeutische Jugendwohngruppen

Unsere beiden therapeutischen Jugendwohngruppen sind im Stadtnorden Regensburgs angesiedelt. Insgesamt 14 Jugendliche im Alter von 14 bis 20 Jahren bewohnen zwei benachbarte Häuser. Die Mädchen und Jungen erhalten von uns Unterstützung, um psychiatrische Syndrome wie neurotisch-psychotische Erkrankungen, Persönlichkeitsstörungen, Depressionen und Essstörungen zu bewältigen. Ein Team von unterschiedlichen Fachleuten betreut die beiden Gruppen.

Wir wollen Überforderungssituationen vermeiden, ohne die Entwicklungspotenziale der Jugendlichen zu vernachlässigen. Vorrangige Ziele unserer Arbeit sind, das bis dahin in der psychiatrischen und psychotherapeutischen Behandlung Erreichte zu festigen und die jungen Menschen darin zu stärken, ihren beruflichen und persönlichen Alltag weitestgehend eigenständig zu bewältigen. Dazu arbeiten wir Hand in Hand mit niedergelassenen Psychotherapeut*innen und psychotherapeutischen bzw. psychiatrischen Fachkliniken zusammen.


Intensiv-Pädagogische Jugendwohngruppen

In drei intensiv-pädagogischen Gruppen nehmen wir jeweils 7 Jugendliche beiderlei Geschlechts im Alter von 13 bis ca. 17 Jahren auf. Es handelt sich dabei um junge Menschen, die in ihrer Persönlichkeitsentwicklung sowie in ihrem Sozial- und Leistungsverhalten besondere Förderung brauchen.
Einen Schwerpunkt in der Betreuung legen wir auf Individualpädagogik und Kleingruppenarbeit. Dadurch sollen Überforderungen, die sich häufig in einer größeren Gruppe ergeben können, verringert werden. Auf diese Weise kommen wir – im Sinne einer deeskalativen Arbeitsweise – den individuellen Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen besser nach; „Machtkämpfe“ bezüglich allgemeiner Regeldurchsetzung lassen sich so reduzieren.

Generell muss jedoch jede*r Jugendliche einer solchen Maßnahme zustimmen und bestimmte Regeln akzeptieren, zum Beispiel zu bestimmten Zeiten in der Gruppe anwesend sein und keine Gewalt gegenüber Mitbewohner*innen oder Betreuer*innen anwenden. Im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung und des Sozialverhaltens nutzen unsere Betreuten – neben der Förderung durch die Gruppenbetreuer*innen und den Fachdienst – Angebote niedergelassener Therapeut*innen und Psychiater*innen sowie der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Regensburg. Mit der Fachklinik haben wir zudem einen Kooperationsvertrag, um unsere Kinder und Jugendlichen bei Bedarf optimal psychiatrisch versorgen zu können.

Auch im Leistungsbereich brauchen die Kinder und Jugendlichen oft spezielle, individuell entwickelte Angebote. Diese erarbeiten wir zum Beispiel mit der hausinternen Schule und mit Trägern beruflicher Fördermaßnahmen wie der Lernwerkstatt in Regensburg. Immer wieder kommt es vor, dass die Kinder und Jugendlichen nicht in der Lage sind, die Schule oder Fördermaßnahmen regelmäßig zu besuchen. Das heißt in Folge, dass diese jungen Menschen rund um die Uhr betreut werden müssen. Der Betreuungsaufwand, der hier anfällt, ist konzeptionell abgedeckt.

 

Für weitere Informationen erreichen Sie uns unter:

Kinderzentrum St. Vincent
Johann-Hösl-Straße 4
93053 Regensburg

Telefon 09 41 7 87 4-0
Fax 09 41 76 03 69

info@vincent-regensburg.de

Junge mit Kartoffeln in der Hand
beim Kartenspielen